{"id":803,"date":"2011-11-25T22:03:32","date_gmt":"2011-11-25T22:03:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/?p=803"},"modified":"2011-11-25T22:03:32","modified_gmt":"2011-11-25T22:03:32","slug":"buenos-aires%e2%80%a6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/?p=803","title":{"rendered":"Buenos Aires\u2026"},"content":{"rendered":"<p>\u2026das Hotelzimmer zum Innenhof, die Fl\u00fcgelt\u00fcren weit ge\u00f6ffnet, der Ventilator dreht seine Runden, es ist furchtbar schw\u00fcl, der Tag war unertr\u00e4glich hei\u00df\u2026 und dann bricht der Regen los,\u00a0 tropft auf das Vordach, es blitzt und donnert, und wir sitzen auf dem Bett und schauen den Tropfen beim Fallen zu\u2026 Alles was zur perfekt-melancholischen Buenos Aires-Stimmung fehlt, sind ein Tangogitarrist und ein paar qualmende Zigaretten.<\/p>\n<p>Zwei Tage wollten wir in Buenos Aires bleiben, um dann nochmal f\u00fcr 5 Tage \u201eirgendwohin\u201c zu fahren und erst zum Abschluss nochmal f\u00fcr eine Woche hierherzukommen. Nach der ersten Nacht in unserem neuen Hotel war schnell klar, dass wir keinen Schritt weitergehen w\u00fcrden. Das \u201eTango &amp; Bandoneon\u201c ist ein altes Stadthaus, wunderbar renoviert mit etwa 4 Meter hohen Zimmerdecken, neu renovierten Badezimmern, jedes Zimmer in einer eigenen Farbe, einer kleinen K\u00fcche auf jeder der drei Etagen, einem Innenhof, der sich durch alle Etagen zieht und damit das Tageslicht bis in die letzte Ecke tr\u00e4gt. Ein besonderes Juwel ist die Besitzerin Natalia. Sie st\u00fcrmt jeden Morgen gegen 9 Uhr durch die Eingangst\u00fcr herein, begr\u00fc\u00dft alle Fr\u00fchst\u00fccker und f\u00e4ngt gleich an, den Laden aufzur\u00e4umen. Es werden s\u00e4mtliche W\u00fcnsche der G\u00e4ste bearbeitet, Empfehlungen f\u00fcr Aktivit\u00e4ten, Restaurants, Ausfl\u00fcge, sie f\u00fchrt Telefonate, reserviert Karten, erkl\u00e4rt die besten Wege. Eine herzlichere Gastgeberin ist uns nirgends auf der Welt begegnet (naja, vielleicht noch die Dame damals in Irland mit dem Esel\u2026).<\/p>\n<p>Dieser Ort machte es uns denkbar leicht, unserer Reisem\u00fcdigkeit nachzugeben. Wir hatten keine Lust schon wieder alles einzupacken, am n\u00e4chsten Tag auszupacken, Hotelsuche, Busfahrten, und, und, und.<\/p>\n<p>Also blieben wir, richteten uns h\u00e4uslich ein, suchten den n\u00e4chsten Supermarkt und \u2013 KOCHTEN \u2013 zum ersten Mal seit M\u00e4rz selber. Was wir kochten? Na was m\u00f6chte man essen, wenn man 7 Monate in Restaurants gegessen hat? Kartoffeln mit Butter und Salz, Spaghetti mit frisch geriebenem Parmesan, Spiegeleier auf Brot. Die banalsten Dinge der Welt, und Ihr k\u00f6nnt Euch nicht vorstellen, wie gut es geschmeckt hat\u2026<\/p>\n<p>Nicht zu reisen entpuppt sich als erstaunlich gro\u00dfer Luxus, schlie\u00dflich sind wir doch auf WELTREISE, da muss man doch jeden Tag Abenteuer erleben!!! Eins der gro\u00dfen Abenteuer der letzten Woche war ein Tag auf der kleinen Dachterrasse des Hotels, nur wir zwei, ein paar Klappst\u00fchle und unsere B\u00fccher, im Schatten unter strahlend blauem Himmel. Wir sind entspannt wie lange nicht, und f\u00fchlen uns allm\u00e4hlich wie echte \u201ePortenjos\u201c, also Einwohner von Buenos Aires.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind wir aber nicht jeden Tag unt\u00e4tig. Gleich am ersten Tag waren wir im \u201eRiverplate\u201c- Stadion, haben Fu\u00dfball geschaut, L\u00e4nderspiel Argentinien-Bolivien, WM-Qualifikation.<\/p>\n<div id=\"attachment_801\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/fussi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-801\" class=\"size-medium wp-image-801\" title=\"fussi\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/fussi-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/fussi-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/fussi-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-801\" class=\"wp-caption-text\">Da waren sie noch Freunde...<\/p><\/div>\n<p>Leider war der Laden halbleer, am Freitagnachmittag waren wohl viele noch bei der Arbeit. Dennoch war die Stimmung gut, und wir hatten viel Spa\u00df. Wusstet Ihr, dass in S\u00fcdamerika die Schiedsrichter in Halbzeitpause und nach dem Spiel unter Polizeischutz vom und zur\u00fcck auf den Platz gebracht werden? Naja, zumindest bei diesem Spiel war das sicher vern\u00fcnftig, wurde doch zweimal abgepfiffen, jeweils eine Sekunde bevor der Ball im bolivianischen Tor lag\u2026 Da war die Polizei sicherlich n\u00fctzlich, in der Halbzeitpause, konnte aber den\u2026\u201cRasenpfleger\u201c (?) auch nicht davon abhalten, die gro\u00dfe Sprenkleranlage erst einzuschalten, als die Schieris mitten auf dem Feld standen\u2026 Ich glaube, die Herren mussten selber etwas lachen\u2026<\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter haben wir dann einen etwas l\u00e4ngeren Ausflug aus Buenos Aires heraus gemacht. In San Antonio de Areco, einem kleinen Ort ca. 2 Busstunden entfernt, war n\u00e4mlich \u201ed\u00eda de la tradition\u201c, also \u201eTag der Tradition\u201c, und da sind die Gauchos los\u2026 das sind so etwas wie die argentinische Variante des Cowboys, mit Sporen, Hut und Lederstiefeln, begleitet von M\u00e4dels in Kleidern die direkt aus \u201eUnsere kleine Farm\u201c entsprungen zu sein scheinen.<\/p>\n<div id=\"attachment_799\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/San-Antonio-de-Areco-2-071.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-799\" class=\"size-medium wp-image-799\" title=\"San Antonio de Areco 2 071\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/San-Antonio-de-Areco-2-071-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/San-Antonio-de-Areco-2-071-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/San-Antonio-de-Areco-2-071-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-799\" class=\"wp-caption-text\">Die Pferde sind los<\/p><\/div>\n<p>Es gab einen Umzug mit weit \u00fcber tausend (!) Gauchos auf ihren wundersch\u00f6nen Pferden, einige trieben dabei die Herden ihrer Zucht vor sich her durch die Stra\u00dfen der Stadt. Ein rundlicher \u00e4lterer Herr mit Mikrophon k\u00fcndigte jede herannahende Familie an, und erw\u00e4hnte wiederholt, dass das ALLES seine GANZ SPEZIELLEN Freunde seien\u2026 Aber es war echt s\u00fc\u00df, wie da z.T. vielleicht 4-j\u00e4hrige Jungs auf Ponys heranzuckelten, oder 8-j\u00e4hrige stolz das Pferd lenkten, w\u00e4hrend ihre deutlich \u00e4ltere Schwester mit verkniffen-beleidigter Miene dahinter sitzen musste\u2026 Tja, so ist das mit der Tradition. Am Nachmittag traf sich dann alles auf den nahegelegenen Wiesen, wo die M\u00e4nner zeigen mussten, was sie k\u00f6nnen\u2026beim Rodeo.<\/p>\n<div id=\"attachment_798\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/rodeo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-798\" class=\"size-medium wp-image-798\" title=\"rodeo\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/rodeo-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/rodeo-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/rodeo-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-798\" class=\"wp-caption-text\">Wehr Dich, H\u00fcssi!<\/p><\/div>\n<p>Was uns nicht gefallen hat, war, wie die Pferde behandelt wurden, wie man sie\u00a0 wie verr\u00fcckt gepeitscht hat, damit sie sich m\u00f6glichst wild geb\u00e4rden. Da war es nicht mehr als fair, dass die Tiere sich manches Mal erfolgreich gegen diese Misshandlung gewehrt haben, und mehr als ein Held mit der Ambulanz vom Platz gefahren wurde. Was sagt mein Papa immer? \u201eWer sich in Gefahr begibt\u2026\u201c.<\/p>\n<p>Um die Gauchostimmung perfekt zu machen, wurde auf dem umgebenden Terrain f\u00fcr ordentlich Rauch gesorgt, von den riesigen Grillstellen nach argentinischer Art. Dabei wird einfach ein etwas 5&#215;3 Meter gro\u00dfes Wiesenst\u00fcck mit Holzkohle abgedeckt, und fr\u00f6hlich angez\u00fcndet. Daneben wird ein zweiter Holzkohlehaufen in Brand gesteckt, welcher sp\u00e4ter als Quelle f\u00fcr stetigen Nachschub an gl\u00fchenden Kohlen genutzt wird. Ja, und dann nimmt man viele dicke W\u00fcrste und spie\u00dft sie auf lange Metallst\u00e4be, legt ein halbes Rind in Einzelteilen daneben und weil es so h\u00fcbsch ist, spannt man noch ein ganzes Ferkel am Bauch aufgeklappt auf lange \u00c4ste und stellt es schr\u00e4g \u00fcber das Feuer\u2026 Ganz ehrlich, ich dachte immer, meine Familie w\u00fcsste, was professionelles Grillen ist, aber neben den Verr\u00fcckten hier wirkt unser Gesch\u00e4ft wie\u2026 Kindergeburtstag\u2026\u00a0 \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Ein weiterer Ausflug brachte uns einen weiteren Stempel im Reisepass ein, so schipperten wir n\u00e4mlich f\u00fcr einen Tag \u00fcber den Rio de la Plata nach Uruguay (\u201eIch denke oft an Uruguay, an dieses sch\u00f6ne Land\u2026\u201c), nach Colonia del Sacramento. Hier fanden wir das bisher sch\u00f6nste Kolonialst\u00e4dtchen, mit einer lustigen Mischung aus traditionell portugiesischer und spanischer Architektur. Geh\u00f6rt seit einigen Jahren zum Weltkulturerbe, und das verstehen wir gut, haben bei einer Stadtf\u00fchrung ein wenig \u00fcber die Geschichte dort gelernt (Danke, Sofia!), ein St\u00fcndchen im Schatten der B\u00e4ume auf einem zentralen Platz gelesen, ein Bierchen mit Blick auf den ozeanartigen Fluss genossen\u2026 sehr sch\u00f6n war\u2019s.<\/p>\n<div id=\"attachment_795\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Colonia-006.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-795\" class=\"size-medium wp-image-795\" title=\"Colonia 006\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Colonia-006-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Colonia-006-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Colonia-006-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-795\" class=\"wp-caption-text\">Ganz klar, links portugiesisch, rechts spanisch...<\/p><\/div>\n<p>\u00a0Die R\u00fcckfahrt wurde durch ausgepr\u00e4gten Seegang etwas erschwert, und wir waren selten so froh, unsere F\u00fc\u00dfe auf festen Boden stellen zu d\u00fcrfen, wie nach Ankunft im Hafen von Buenos Aires\u2026<\/p>\n<p>Buenos Aires hat dar\u00fcber hinaus l\u00e4ngst unser Herz erobert. Ob es die ausgedehnten Stadtbummel durch das \u201ealte\u201c Palermo mit den unz\u00e4hligen winzigen L\u00e4dchen, Designerboutiquen und Buchhandlungen war, oder der Sonntag auf dem traditionsreichen Markt von San Telmo (unser klarer Favorit!) mit Tangot\u00e4nzern auf der Stra\u00dfe, die zeigen, wie es eigentlich aussehen sollte&#8230;<\/p>\n<div id=\"attachment_800\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/tangp-palermo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-800\" class=\"size-medium wp-image-800\" title=\"tangp palermo\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/tangp-palermo-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/tangp-palermo-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/tangp-palermo-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-800\" class=\"wp-caption-text\">rassig...<\/p><\/div>\n<p>\u00a0Auf den M\u00e4rkten haben wir ein paar ganz h\u00fcbsche Andenken und Geschenke erstanden\u2026<\/p>\n<p>Der Reichen-Friedhof in Recoleta, wo die unglaublichen Grabm\u00e4ler und Mausoleen der gro\u00dfen Familien der Stadtgeschichte zu bewundern sind. Sehr anders, als wir es von zu Hause gew\u00f6hnt sind, bei z.T. herausgeschlagenen Glasscheiben durch die man die freistehenden S\u00e4rge im Inneren problemlos ber\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<div id=\"attachment_793\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/ricoleta.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-793\" class=\"size-medium wp-image-793\" title=\"ricoleta\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/ricoleta-300x200.jpg\" alt=\"Der Friedhof der sch\u00f6nen, reichen und m\u00e4chtigen\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/ricoleta-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/ricoleta-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-793\" class=\"wp-caption-text\">Der Friedhof der Sch\u00f6nen, Reichen und M\u00e4chtigen<\/p><\/div>\n<p>Und vor dem Grab der immer noch in den Herzen der Argentinier lebenden Eva \u201eEvita\u201c Peron steht man Schlange und Lauscht heimlich bei den nachfolgenden F\u00fchrungen und h\u00f6rt mit Schrecken, was kranke K\u00f6pfe noch lange nach ihrem Tod mit ihr angestellt haben\u2026igitt\u2026<\/p>\n<p>Dann wieder die gro\u00dfe Fu\u00dfg\u00e4ngerzone und verschiedene z.T. historische Einkaufszentren, die einen sich fragen lassen, ob man nicht l\u00e4ngst wieder irgendwo in Europa ist. Aber diese unglaubliche Buchhandlung in einem alten Theater gibt es sonst glaub ich nirgends auf der Welt\u2026Probelesen in den alten Logen, das war herrlich!<\/p>\n<div id=\"attachment_794\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/buchladen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-794\" class=\"size-medium wp-image-794\" title=\"buchladen\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/buchladen-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/buchladen-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/buchladen-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-794\" class=\"wp-caption-text\">Unten rechts sitzt Marc!<\/p><\/div>\n<p>Erstmals auf unserer Reise ist die \u201eStarbuck\u2019s-Dichte\u201c wieder \u00e4hnlich wie daheim\u2026 Die ausgedehnte Fahrradtour durch den alten Hafen und das angrenzende Naturschutzgebiet.<\/p>\n<div id=\"attachment_797\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/fahrrad.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-797\" class=\"size-medium wp-image-797\" title=\"fahrrad\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/fahrrad-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/fahrrad-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/fahrrad-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-797\" class=\"wp-caption-text\">Mit Schwung durch Buenos Aires...<\/p><\/div>\n<p>Die tollen Eisdielen, die hier an jeder zweiten Stra\u00dfenecke zu finden sind, und die urigen \u201eBodegones\u201c in denen es immer etwas schummerig ist und man sein wagenradgro\u00dfes, saftig-zartes Steak in Gesellschaft von allerlei kuriosen Gestalten genie\u00dfen darf. Gleich noch ein zweites Mal zog es uns ins \u201ePaul\u00edn\u201c, ein verstecktes kleines \u201eBodegon\u201c in einer Seitenstra\u00dfe des Zentrums. Hier wirbeln etwa 12 M\u00e4nner in gr\u00fcnen Hemden hinter einem langgezogenen Tresen herum und servieren Sandwiches mit verschiedenen Brotsorten, Bel\u00e4gen, alles frisch im flammenwerfenden Ofen gebacken. Und damit es schneller geht, werden die fertigen Teller nicht gereicht, sondern sie lassen sie mit Schwung \u00fcber die meterlangen Tresen gleiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_796\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pauline.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-796\" class=\"size-medium wp-image-796\" title=\"pauline\" src=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pauline-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pauline-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.diefluethwerths.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pauline-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-796\" class=\"wp-caption-text\">Und gleich kommt der n\u00e4chste Teller angesaust...<\/p><\/div>\n<p>Freundlich mitleidig hat man uns gleich beim ersten Besuch geraten nur ein Sandwich zu bestellen und dieses zu teilen. Guter Rat, waren wir doch hiernach schon v\u00f6llig geschafft\u2026 Aber die Kombination von Bratenscheiben mit Gruy\u00e8re-K\u00e4se und Tomaten sowie frischer Criolla-So\u00dfe (haupts\u00e4chlich aus frischen Zwiebeln, Paprika und \u00d6l) hat uns gezwungen wiederzukommen\u2026Und man erkannte uns bereits wieder, verirren sich wohl nicht so viele Touristen hierher, also gab es beim zweiten Mal schon zwei Probest\u00fcckchen von anderen Sandwiches sowie einen Kaffee zum Nachtisch aufs Haus\u2026 sehr nett\u2026<\/p>\n<p>Ebenfalls sehr empfehlenswert war die Weinprobe bei \u201eLo de Joaquin Alberti\u201c, einem Weinladen in Alt-Palermo. Da sa\u00dfen wir mit einer netten Mischung aus US-Amerikanern, Briten, D\u00e4nen und Argentiniern zusammen und haben die Werke eines der uns bisher unbekannten Weing\u00fcter Mendozas getestet. Und zum Abschluss gab es eine gro\u00dfe K\u00e4se-Schinkenplatte, sehr gut. Immer donnerstags, nur nach Voranmeldung\u2026\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Ja, und dann waren wir noch zu einem Essen hinter einer \u201ePuerta cerrada\u201c, also einer geschlossenen T\u00fcr. Das sind quasi Einladungen zur Dinnerparty im privaten Rahmen bei fremden Leuten. Mit 8 weiteren G\u00e4sten, alles US-Amerikaner, waren wir bei Dan und Henry und haben 5 G\u00e4nge mit passenden argentinischen Weinen genossen\u2026nett war es, ein wenig, wie Abendessen bei Freunden. F\u00fcr die Einladung hierzu danken wir Anke und Christian ganz herzlich\u2026<\/p>\n<p>Ein weiteres Hochzeitsgeschenk hat \u00fcbrigens endlich wirken d\u00fcrfen\u2026 Julia, Nina, Arno und Daniel hatten uns Tangostunden in Buenos Aires geschenkt\u2026 So begaben wir uns hier f\u00fcr einige Nachmittage in die H\u00e4nde von Romina und wurden in ihrem privaten kleinen Tanzsaal bei ihr zu Hause in den Zauber dieses Tanzes eingef\u00fchrt\u2026 Wir haben viel gelacht, an unserer krummen Haltung gearbeitet, Marc hat rasch gelernt, die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen (der alte Macho\u2026), und wir k\u00f6nnen sogar schon erste schicke Figuren\u2026 Und dabei nat\u00fcrlich immer sehnsuchtsvoll den Mann anschmachten\u2026OHNE ZU LACHEN!!! Hat Spa\u00df gemacht, auch wenn wir Romina wohl in den Wahnsinn getrieben haben mit permanentem Gel\u00e4chter\u2026 Leider haben wir es dann aber doch nicht mehr wie geplant in eine Milonga, also eine Tangobar geschafft\u2026schade, aber beim n\u00e4chsten Mal klappt es bestimmt\u2026<\/p>\n<p>Das \u00f6ffentliche Verkehrsnetz ist \u2013 wie in wohl jeder anderen Gro\u00dfstadt der Welt auch \u2013 praktisch, aber auch Grund zu st\u00e4ndiger Vorsicht. Entweder versuchen die Busfahrer einen als Fu\u00dfg\u00e4nger plattzufahren (wir vermuten, dass es f\u00fcr Touristen doppelte Punkte gibt\u2026), oder man hat in der U-Bahn freundliche Herren, die versuchen ihre H\u00e4nde in fremden Hosentaschen zu\u2026w\u00e4rmen\u2026 Einmal habe ich eine fremde Hand aus meiner Tasche ziehen m\u00fcssen, der Herr musste dann \u00fcberraschend an der n\u00e4chsten Haltestelle raus, und heute hat einer im Laufen zur Verbindungsbahn au\u00dfen an meiner Tasche rumgefummelt und einen Schlag auf die Finger kassiert\u2026 Wir sind inzwischen gro\u00dfe Fans unserer \u201ePacsafe\u201c-Diebstahlschutztaschen, da wird jeder Rei\u00dfverschluss mittels eines Karabiners gesichert, und Stoff und Riemen sind innen mit Metallnetzen und \u2013schn\u00fcren verst\u00e4rkt, gegen eventuelles Aufschneiden. W\u00fcrde nichts helfen, wenn einer mit einem Messer in der Hand die ganze Tasche verlangen w\u00fcrde, aber die b\u00f6sen Buben k\u00f6nnen sich wenigstens nicht heimlich bedienen\u2026 Die einzige \u00e4rgerliche Episode ereignete sich indes an unserem ersten Tag, direkt nach Ankunft am Busbahnhof. Ohne dass wir es bemerkt h\u00e4tten, spritzte uns jemand gr\u00f6\u00dfere Mengen einer furchtbar nach Essig stinkenden schwarzen So\u00dfe auf unsere gro\u00dfen Rucks\u00e4cke und Hosen (von hinten, w\u00e4hrend wir sie trugen). Da wir von Diebstahltaktiken geh\u00f6rt hatten, bei denen man irgendwie beschmutzt oder angespuckt wird, und dann ein freundlicher Helfer beim Herumwischen auf der Kleidung nebenbei s\u00e4mtliche Taschen leert, suchten wir uns rasch ein Pl\u00e4tzchen an einer Bushaltestelle mit ausreichend anderen Menschen und wischten uns gegenseitig sauber (goldene Regel auf Reisen: Geh niemals ohne Feuchtt\u00fccher aus dem Haus\u2026\u00fcbt prima f\u00fcr sp\u00e4tere Kinderzeiten, glaub ich\u2026). Dort musterten uns die Leute zun\u00e4chst etwas kritisch, und wiesen uns dann freundlich darauf hin, dass wir \u201emarkiert\u201c seien, und man versuchen w\u00fcrde uns auszurauben. Also hopphopp in den n\u00e4chsten Bus, direkt vor der Hostelt\u00fcr ausgestiegen und ab unter die Dusche\u2026incl. Rucksack\u2026<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen wir also bisher f\u00fcr das \u201egef\u00e4hrliche\u201c S\u00fcdamerika die erfreuliche Bilanz ziehen: Wir haben Abenteuer erlebt, gute und (wenige) eher mittelm\u00e4\u00dfige, aber niemand hat uns auch nur eine Mark geklaut, uns gehauen, entf\u00fchrt oder schlimmeres. Vorsichtig waren wir halt, das sind wir aber auch in Berlin, M\u00fcnchen oder Hamburg\u2026und manchmal sogar in Aschaffenburg oder Aurich\u2026 Wir sind unz\u00e4hligen freundlichen Leuten begegnet, die sich trotz des hohen Touristenaufkommens interessiert gezeigt haben, und stets hilfsbereit und verst\u00e4ndnisvoll waren.<\/p>\n<p>Heute ist unser letzter Tag auf dieser Etappe, da g\u00f6nnen wir uns nochmal was leckeres\u2026auf Einladung der Familie Sebb aus Rostock\u2026 werden nat\u00fcrlich noch berichten. Morgen geht es dann auf zum letzten Ziel dieser unglaublichen Reise: KUBA! Salsa, Tauchen, Cuba libre\u2026wir sind schon ganz gespannt\u2026 Noch wissen wir nicht, was wir von der dortigen Internetversorgung erwarten d\u00fcrfen\u2026ist wohl nur f\u00fcr Touristen zug\u00e4nglich und wahrscheinlich nicht so eng gestrickt, das Netz\u2026 Werden aber sehen, was sich machen l\u00e4sst, damit Ihr auch von den letzten drei Wochen noch etwas zu lesen bekommt. Und allm\u00e4hlich k\u00f6nnt Ihr Euch bereitmachen\u2026 Wir sind bald wieder zu Hause\u2026 Jan, fang langsam an zu packen!! \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026das Hotelzimmer zum Innenhof, die Fl\u00fcgelt\u00fcren weit ge\u00f6ffnet, der Ventilator dreht seine Runden, es ist furchtbar schw\u00fcl, der Tag war unertr\u00e4glich hei\u00df\u2026 und dann bricht der Regen los,\u00a0 tropft auf das Vordach, es blitzt und donnert, und wir sitzen auf &hellip; <a href=\"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/?p=803\">Read more <span class=\"meta-nav\">&raquo;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-803","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=803"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/803\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":809,"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/803\/revisions\/809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.diefluethwerths.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}