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Erneuter Hausbesuch…

Das Ende naht…wir sind zurück auf Bali, und heute geht der Flug auf die Philippinen! Gestern sind wir wohlbehalten mit dem OceanStar-Fastboat zurückgekommen und haben uns nach Sanur bringen lassen…einigermaßen ruhige Ecke und dennoch nicht weit vom Flughafen. Die empfohlene Adresse „Ariputri“ war leider ausgebucht, die eleganten Hotels am Strand sind zwar sehr schick, kosten aber entspannte 180 US-$ pro Nacht… Im Ariputri empfahl man uns ein Hotel in einer Seitenstrasse…ich kann mich nicht entscheiden, was widerlicher war, der Gestank in den Zimmern, oder das Rattengift in der Badezimmerecke…auf jeden Fall indiskutabel! Auf dem Rückweg zur Hauptstraße (ich war inzwischen bereit eins der teuren Zimmer zu nehmen) fiel dann der Blick auf das benachbarte Hotel („Abian Kokoro“) , etwas zurückgesetzt, hinter einem japanischen Restaurant („Sumo“)…und es erwies sich…zunächst…als Himmel auf Erden. Das Zimmer westlich-elegant, äußerst sauber, alles ganz neu, für 25€ pro Nacht, wir haben wild nach dem Haken gesucht! Egal, ab ins Bad, Körperpflege bis zum Umfallen, es war herrlich! Und weil wir gerade so in Genussstimmung waren, haben wir uns gleich noch eine kleine Abschiedsparty gegönnt. Auf Kosten meiner Tante Henni (DANKESCHÖN!) ging es ins Strandrestaurant des Edelhotels nebenan. Dort gab es zum ersten Mal seit 3 Wochen einen Weißwein!! Einer von hier, trocken, und sehr, sehr gut! Also gab es noch einen zweiten

auf Dich Tante Henni

…und Antipasti als Vorspeise, einen gegrillten Red Snapper und Spinatrouladen mit Rucolasalat als Hauptgang und anstelle eines Nachtisches einen Cocktail auf dem riesigen Sesselsofa mit Blick aufs Meer… Unterm Strich war selbst dieser Abend nicht teurer, als ein Mittagessen im „Fegerer“ (dennoch vermissen wir ihn…).

Das erste Mal seit Tagen gingen wir dann wieder gerne in unser Zimmer, haben unsere Sachen zu Ende gepackt und sind sanft eingeschlummert. Die Klimaanlage hatten wir wohl ausgeschaltet, nachts wurde es allmählich warm…da lässt man schon mal ein Bein unter dem Laken rausgucken…und dann hat es da so gekitzelt, um 5 Uhr früh…hab ich halt mal nachgeschaut, warum, und sah das Mäuschen gerade noch in Richtung von Marcs Füßen forthuschen… Es folgte zunächst viel Gelächter, Marc meinte, ich hätte `nen Knall, das sei bestenfalls einer der allgegenwärtigen Geckos gewesen, wollte dann aber die Gelegenheit nutzen und schnell mal…ins Bad. Von dort rief er mir dann fröhlich zu, ich sei doch nicht verrückt, die Maus sei in der Badewanne…und komme nicht mehr raus! Das nenne ich mal eine buddhistische Mausefalle, an den hohen Seiten der Wanne ist das Tierchen immer wieder abgerutscht… also haben wir es mit einem Karton eingefangen und Marc hat es vors Hotel getragen. Den Kumpel, der im selben Moment unter dem Kleiderschrank rausguckte und gleich wieder verschwand haben wir ignoriert und sind wieder schlafen gegangen (gut zugedeckt, mit laufende Klimaanlage…). Am Morgen hatte dann  auch er sich selber in der Wanne eingefangen (kein Witz!) und wurde auf die Straße getragen. Aber die Balkonschiebetür lässt immer einen Spalt offen, da können die Mäuse wohl immer wieder rein…trotz des dritten Stockwerks…

Gerade gab es ein gutes Frühstück, Marc war wie immer sehr experimentierfreudig (Sushi zum Frühstück…Respekt, das hätte ich bisher nur einem gewissen Oberarzt und seiner Gattin zugetraut…).

roher Fisch zum Frühstück .... oder ist es doch unserer Freund von heute Nacht

 

Und so packen wir jetzt mit gemischten Gefühlen unsere letzten Sachen ein…auf in das Abenteuer „Ärzte für die dritte Welt“…werden wir gut genug sein? Wir haben doch eigentlich keine Ahnung, was uns erwartet! Und doch freuen wir uns darauf, dazulernen zu können, über den engen Rand unseres bisher wohlbehüteten Assistenzärztedaseins hinausblicken zu können… Und wir passen schon aufeinander auf! Ich hab ja einen Facharzt (und Neonatologen!) dabei, den ich fragen kann, wenn es hakt… Auf geht’s!

Übrigens: sollte einer von Euch Ahnung von Nagern haben, und auf dem Foto etwas anderes als eine freundliche Gartenmaus erkennen…wir wollen es nicht wissen!

Außerdem: vielen Dank für die zahlreichen Kommentare, heute früh gab es vier (!) neue, und wir haben uns unbändig gefreut!

Indianer!?

(Speziell für die Sebbs: SERVUS!)…Naja…Rothäute halt… beim Schnorcheln haben wir es endlich geschafft: unsere Beine sind an der Hinterseite…gut durchgegart. Dabei hat es bislang so gut geklappt, dank Sonnenschutzfaktor 30 und häufigem Aufenthalt im Schatten haben wir es langsam aber sicher auf eine gewisse Grundbräune geschafft. Naja, wir haben vielleicht noch gerade rechtzeitig das Wasser verlassen, um schlimmeres zu verhindern, aber die Hitze steckt noch deutlich drin… Da kommt endlich die gute Bübchen-Pflegecreme zum Einsatz, die wir von unseren NME-Mädels zum Abschied bekommen haben…Ihr sorgt sogar hier noch rührend für uns! Ach ja, und wir haben die ersten Unterwasser-Fotos gemacht…Dank geht an Angelika und Caro, der Film  ist noch nicht voll, mal sehen, was die nächsten Tage noch so bringen…wenn der Sonnenbrand abgeklungen ist… Ich persönlich habe einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, was das Finden von „Tarnfischen“ angeht. Naja, halt solche, die auf einem Stein am Meeresgrund liegen und genauso aussehen, wie der Untergrund. Heute hab ich zwei entdeckt…unglaublich, wie gut die sich tarnen…  

Jetzt nehmen wir sehr schweren Herzens Abschied von Gili Trawangan. Morgen früh geht um 8.15 Uhr die Fähre nach Lombok, und dann geht es direkt weiter nach Kuta. Soll sehr idyllisch sein, ganz anders als das besser bekannte Kuta auf Bali. Nach Bali zieht es uns allgemein kaum zurück, auch wenn der Norden sehr viel netter sein soll… Wir sind selber schon Touris, da wollen wir uns nicht auch noch ununterbrochen die anderen ansehen… Also erkunden wir jetzt noch für 6 Tage Lombok, dort soll es so sein, wie auf Bali vor 30 Jahren. Das heißt allerdings wahrscheinlich auch, dass die Wi-Fi-Vernetzung schlechter wird…also nicht böse sein, wenn wir ein paar Tage nicht von uns hören lassen.   

Ach ja, hier war heute wieder ein sternenklarer Abend…und ein Fremder hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir hier noch nicht einmal den Mond gesehen haben…stimmt, wo steckt der? Andere Seite der Insel? Dafür gab es Sternschnuppen…schööööön…

Und wir haben es geschafft, uns spontan nochmal mit Patrick aus Liechtenstein zum Abendessen zu treffen, der heute auf Gili Trawangan angekommen ist. Er hat sich in der letzten Woche den balinesischen Norden angeschaut, und sagt, dass er mehr hält, als der Süden verspricht. Und beim Tauchen hat er dort sogar ein SEEPFERDCHEN gesehen!!! Jetzt sind wir etwas neidisch… Für ihn geht es nächste Woche weiter nach Singapur, und vielleicht sehen wir uns dann wieder in Südamerika? Gute Reise, war schön, Dich zu treffen!

Die einen nennen es Ozean…

…die anderen das größte Aquarium der Welt!! Fische (gelb, blau, rot, regenbogenfarben…), Langusten (roh), Seesterne (riesig!), und habt Ihr schon mal so einen großen, schwarzen Fisch gesehen, der aussieht, wie ein zerfleddertes Fensterleder? Und wir mittendrin, Maaaaaaaann!!!

Um acht Uhr sind wir bei Jessica angetreten, und nach kurzer (SEHR kurzer) Einführung hatten wir schon Flossen, Brille, Bleigürtel und Neoprenanzug in der Hand, ein paar nette Mitarbeiter wuchteten unsere Westen samt Flaschen aufs Boot (hä? Ich dachte, wir fangen im Pool an? Ach, der Tag ist so schön…und kein Wind…na dann…spinnt die???), und schon ging’s ab, zum Hans! So hieß nämlich unser „Einsteiger-Riff“. Nach ein paar Übungen auf dem Trockenen ging es mit einem Rückwärtssalto ins Wasser…

Was ich als erstes gelernt habe? Über die Wahl der Tubusgröße kann man nicht lange genug nachdenken… Das Gefühl, gegen viel zu viel Widerstand anzuatmen war am Anfang…furchtbar! Mit dem Kopf gerade mal knapp unter der Wasseroberfläche habe ich ordentlich (Salz-)Wasser geschluckt (bäh!), Jessica musste noch zweimal mit mir hoch, bevor es abwärts gehen konnte. Aber nach einigen Minuten, die ich am Boden (in 4 m Tiefe) kniend Marc bei seinen Auffrischungsübungen zugesehen hatte (seine Grund-Tauchlizenz ist…14 Jahre alt…), war ich fast schon ungeduldig, weiterzukommen… Inzwischen hatte ich raus, wie ich atmen musste, alles zischte bunt um mich herum, und von Weitem konnte man die ersten Korallen sehen… Noch ein bisschen unruhiges Gezappel mit allen vieren auf den nächsten Metern (erinnert Ihr Euch, wie es aussieht, wenn ein dicker Hund ins Wasser fällt und versucht, von der Stelle zu kommen…?), dann hab ich geschnallt, wie’s geht…SCHWEBEN!! Und dann war es fast schon wieder vorbei…

Am Nachmittag hab ich dann kurzen Prozess gemacht, alle fünf Theorieteile hintereinander durchgekloppt, damit ich ab morgen nur noch üben darf… Vormittags (diesmal wirklich…) Pool, nachmittags der nächste Tauchgang. Hurra, ich will mit Schildkröten schwimmen, vorher geh ich hier nicht weg!

Besonderer Dank geht heute an: Alwin! Als ich (leicht panisch) an der Wasseroberfläche hing und überlegte, wie ich ohne maximalen Gesichtsverlust wieder zurück ins Boot kommen könnte, hab ich an Dich gedacht…wenn es Dir so viel Spaß macht, kann es doch nicht so schrecklich sein… also hab‘ ich’s nochmal versucht…und es ging, und war toll! Danke!

Sei haben es getan …

Sie haben es getan…

Prinz William hat seine Kate Middleton geehelicht und wir waren live dabei. Aber nun vielleicht erst mal von vorne:

Wir sind inzwischen auf den Gilli Islands gelandet. Um genauer zu sein auf Gili Trawangan, der größten der drei Gili-Inseln. Nach etwas holperiger, dafür echt schneller Überfahrt mit dem Speedboat wurden wir mit einem beherzten Sprung ins knietiefe Wasser auf unser kleines Eiland entlassen. Die Gilis liegen zwischen Bali und Lombok und sind wirklich nicht besonders groß. Die größte Insel (=unsere) haben wir heute problemlos in ca. 1,5 Std. zu Fuß umrundet…. Dafür findet man hier alles, was das Herz des Reisenden begehrt.  Zum Einen findet man tatsächlich traumhafte Strände mit badewannenwarmem, kristallklaren Wasser und haufenweise bunten Fischen, das ganze bei über 30°C Lufttemperatur. Zum Anderen gibt es aber auch alles drumherum, Wi-Fi, traumhafte Hotels für jede Preisklasse (von ca. 10 Euro pro Nacht/Raum bis ca. 80 Euro pro Nacht/Raum…und bei letzerem sprechen wir von der MEGA-LUXUSKLASSE!!). Wir liegen irgendwo in der unteren Mittelklasse und haben einen Raum mit Klimaanlage, ein Open Air-Badezimmer mit Mosaik (Klo und Dusche unter freiem Himmel!!) und unglaublich freundlichem Personal (Harry und Wayan, unsere neuen Kumpels…). Insgesamt deutlich weniger „Special-Price-for-you“-Streß, wenn man nicht gerade schwer bepackt mit Reisegepäck auf der Suche nach dem richtigen Hotel herumkriecht („You need room? Cheap-cheap!“). Und: keine Autos! Nur Pferdekarren und Fahrräder! Herrlich, nach dem Verkehrschaos in Ubud…und im Rest von Bali soll es eher noch mehr sein… Die Gilis waren wohl mal ein Geheimtipp, aber das ist sicher lange her, trotzdem ist es hier nach wie vor toll. Und wenn man wie wir etwas in den Norden der Insel geht, kann man auch den Massen an Touristen aus dem Weg gehen, dafür gibt es im Osten und Süden jeden Abend Party bis der Arzt kommt…

Dieser sonnige Platz ist für zwei Dinge bekannt: zum Einen für „Magic Mushrooms“ (nein danke, nicht für uns) und zum anderen das umgebende Meer mit den vielen Tauchmöglichkeiten. Hier kann man mit Schildkröten tauchen!! Neugierig wie wir sind, haben wir uns für Morgen in einen Tauchschnupperkurs eingeschrieben. Jessika, unsere deutschsprachige Tauchlehrerin erwartet uns dafür um 8 Uhr an der Tauch-Basis (was für ein Stress…).

Am Abend werden wir dann am Lagerfeuer sitzen und uns des Lebens freuen, oder uns in einem der drei Open Air-Kinos (direkt am Strand mit garantiert nicht gekauften DVDs) einen aktuellen Film anschauen. Modern wie die Indonesier sind gibt es aber auch „Movie on-demand“. Das ganze sieht hier so aus, dass man sich aus einer DVD Sammlung (auch diese sicher nicht gekauft) einen Film aussucht und dann in einer kleinen Laube aus Bambus den entsprechenden Fernseher und DVD-Player findet, den man für die Dauer eines Filmes nutzen kann.

Nun aber nochmal zu Kate und ihrem Willy. Nach obiger Einführung in das Leben auf Trawangan sollte es wohl niemanden wundern, dass natürlich das Medienereignis des Jahres auch hier live auf Großleinwand übertragen wurde. So haben wir also zusammen mit ca. zweihundert anderen am frühen Abend bei untergehender Sonne die „Royal Wedding“ gesehen. Wir ließen uns sogar dazu hinreißen auf die Monarchie anzustoßen (mit indonesischem „Bintang“-Bier…ja, Linus, der Kronkorken ist schon eingesackt!) und beim allgemeinen „God save the Queen“ haben wir auch leise mitgemacht…haben noch was gutzumachen…1:4…. Eines steht fest, Deutschland braucht auch wieder einen König, besser noch einen Kaiser, und kommt uns jetzt nicht mit Beckenbauer. Vielleicht haben wir auch einfach ein bisschen viel Sonne abbekommen…

Bilder gibt es aktuell aufgrund der schlechten Internetverbindung nicht, aber ist eh langweilig, nur weiße Strände und türkises Wasser (wie öde). Huch, jetzt kriecht irgendwas über das Dach unseres Bungalows…Katze? Gecko? Egal, wir schlafen prima…

Morgens 2 Uhr auf Bali…

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Es ist 2 Uhr morgens, der Wecker klingelt, zuvor hat man 2 Stunden geschlafen…kann dies ein guter Tag werden? ES KANN!!

Auf die Generalprobe der letzten Nacht folgt die Premiere… Wir – pünktlich wach, überpünktlich (10 Minuten vor der Zeit…) am bereitstehenden Taxi vorm Hotel (ja, Mütter, Eure Kinder!!). Da sitzen wir, fahren durch ein schlafendes Ubud, die letzten drei Schnapsdrosseln (weiblich, leichtbekleidet, blond, knapp zu alt für die Päd2…an dieser Stelle liebe Grüße!) nur noch von haufenweise Straßenkötern begleitet – was machen wir hier eigentlich?

Erster Stopp: Butterfahrt, Verkaufsveranstaltung. Ein offener Raum im Nichts, Regale voller „Souvenir for family“ (wir nehmen Bestellungen entgegen, möchte irgendwer Kaffee? Gewürze?), mittendrin zwei klapprige Tische und ein paar Stühle, unser Fahrer verschwindet…super, wir sind in die Fänge einer Schlepperbande geraten, was bringt denn ein Kinderarzt grad so auf dem Schwarzmarkt? Weitere „Opfer“ kommen, nach einem leichten Frühstück (Crêpe mit Bananen, wie eigentlich immer) werden Marc und ich wieder direkt zum Auto gescheucht, neuer Wagen, neuer Fahrer, und auf dem Beifahrersitz…Patrick aus Liechtenstein (war so clever im Auto zu warten, wollte wohl keine Heizdecke kaufen…) – der Tag nimmt seine Wende.

Zweiter Stop: Ab hier ist dieser unglaubliche Tag nicht mehr aufzuhalten. Wir werden Ketut vorgestellt, unserem Guide für heute, bis auf den Gipfel von Gunung Batur wird er Patrick, Marc und mich begleiten.

unser Guide Ketut

unser Guide Ketut

Inzwischen sind unzählige andere Reisende zusammengekommen, überall formen sich kleine Grüppchen, ausgestattet mit Stirn- und Taschenlampen geht es los… Man stelle sich einen 1700 m hohen Vulkan vor, an dem sich vom Fuss bis zum Gipfel eine feine, tanzende Lichterkette durch die Nacht zieht…

Durch die Wolkendecke… Lichtreflexe in den winzigen Wassertröpfchen machen die Sicht schlechter und das Gehen noch schwieriger. Dann der erste Blick von oben auf die Wolken, vereinzelt schimmern Lichter vom Tal hindurch. Allmählich läuft uns der Schweiß… Hatte die Dame bei der Touri-Info gesagt, dies sei die einfache Tour? Fühlt sich nicht so an, scheint aber zu stimmen, denn zu uns hat sich inzwischen ein ca. 20-jähriger, strahlender junger Mann gesellt, der mit Flip-Flops den Berg hochstapft, als wäre es ein milder Spaziergang durch die Aschaffenburger Herstallgasse! Jede Nacht tut er das, trägt einen Rucksack voller Glasflaschen mit Cola und Sprite auf den Berg, um sie oben zu verkaufen, stellt sich anfangs vor, fragt, woher man kommt, reicht mir wiederholt aufmerksam die Hand von oben zu Hilfe, wenn eine Stufe doch mal einen größeren Schritt braucht…und STRAHLT!

Ich merke zunehmend die fehlende Kondition, die sitzende Tätigkeit der letzten Monate im Ultraschall fordert Tribut… Aber unglaubliche Ausblicke entschädigen sofort. Der Horizont beginnt sich langsam, sehr langsam zu verfärben, Violett-, Rot-, und Orange-Töne wechseln sich ab. Endlich erstes Ziel, der untere Gipfel ist erreicht, wir kaufen nur zu gerne die (nach hiesigem Standard) überteuerten Getränke unseres Begleiters und verabschieden ihn zurück ins Tal. Für uns geht es noch einmal 30 Minuten weiter, über eine relativ steile Strecke mit feinem, schwarzem Sand, wir wollen vor Sonnenaufgang auf dem höheren Gipfel sein. Gegen 6 Uhr sind wir da, und dürfen mit vielleicht 80 anderen dabei sein, wie die Sonne aus dem Meer aufsteigt… Die Stimmung ist gigantisch, alle in Euphorie und Bewunderung versunken…

der Gulung Agung bei Sonnenaufgang

Unsere Guides richten uns ein Frühstück, leider hatte niemand Marc gesagt, dass sich in unserer Lebensmitteltüte für den Gipfel neben Toast und Bananen rohe Eier befanden, sonst hätte er sie vielleicht nicht so unsanft in den Rucksack gestopft… Für uns also nur Bananentoast, keine Eier…

Auf einen Balanceakt über den Kraterrand des Vulkans folgt der Abstieg…langsam wird es warm, die Sonne steigt allmählich höher. Unser Guide ist dabei völlig entspannt, singt und schwatzt mit seinen Kollegen…und bringt uns sicher ins Tal.

Patrick weiß zum Glück, dass es üblich ist, den Guides ein Trinkgeld zu geben…das hat sich unserer redlich verdient…

An der Ankunftsstelle wartet schon der bekannte Fahrer von der Nacht,  bringt uns zu unserem zweiten Tagesordnungspunkt…ja, wir konnten es nicht lassen, haben gleich noch die Downhill-Cycling-Tour hintendran gebucht…und das jetzt mit Flüssigkeitsdefizit, überkochendem Hirn, Schlafentzug und schmerzenden Muskeln?

Wir treffen unseren zweiten Guide des Tages, der Name ging leider unter… Nach dem Frühstück ( das dritte für heute… Ihr wisst schon, Pfannkuchen mit Banane…aber auch haufenweise frisches Obst) geht es mit „Bali Eco Tours“ zunächst auf eine Kaffeefarm, wo uns neben den häufigen Nutzpflanzen der Insel der Produzent des teuersten Kaffees der Welt vorgestellt wird… jeder hat wohl schon von der Geschichte mit den Schleichkatzen gehört? Man nennt den Kaffee hier zärtlich „Poo“…

Nach einer Verkostung verschiedener Kaffee- und Teesorten sowie der hiesigen Obstsorten (Snake`s Skin Fruit…lecker!) geht es auf die Räder und fast nur bergab! Durch (ansonsten) touristenfreie Dörfer und Reisterrassen, über Seitenstraßen. Lachende Kinder verfolgen uns, grüßen lautstark, fordern „High-Five“.

unser großartiger Radguide

unser 21-jähriger Guide gewährt uns einen wundervollen Einblick in das Leben der Balinesen und beweist dabei Entertainerqualitäten, die in diesem Alter kaum zu erwarten wären, neben zudem sehr gutem Englisch! Sein Team folgt uns mit Bus und Transporter, falls jemand nicht mehr kann, reicht an jedem Halt frische Wasserflaschen… Wir besuchen eine Wohngemeinschaft, essen Bananen direkt vom Baum, machen unter Kokospalmen halt, fangen Libellen im Reisfeld…und haben das Gefühl erstmals eine Ahnung von dem Land zu haben, das sich hinter all dem Urlaubstrubel versteckt… Wohin ist unsere Müdigkeit verschwunden?

Ein großes Lob an unseren Veranstalter: 

  www.baliecocyvling.com

Am Abend treffen wir uns noch mit Patrick, unserem Wanderkollegen der Nacht und verbringen 2 sehr nette Stunden in unserem ersten „Warung“…danke für den Tipp, den Fotoaustausch und die Gesellschaft! Vielleicht sehen wir uns wieder, hier oder in Südamerika?

Jetzt wird geschlafen, morgen wechseln wir den Standort, auf die „Gili-Islands“…mal sehen, ob es dort Internet gibt…

Tschüß Ubud und terima kasih!!

Von Affen und Tänzern

Das Monkey Forest Sanctuary… der Reisführer fand es eher doof, wir (Ihr kennt uns ja, wir fanden auch den Esel toll, der uns ständig gebissen hat und treten wollte) waren begeistert! Endlich ein großes schattiges Grün (man muss wohl das erste Mal von „Urwald“ reden…), und mittendrin ein riesiges Rudel(???) grauer Affen, die sich über jede Banane freuen wie Bolle, sich in Genießerpose legen während ein Kumpel sie laust, sich durch Bäume direkt über unseren Köpfen schwingen und zwischendurch auch kleine Revierkämpfe bieten… das lustigste waren die quiekenden, dicken, englischsprechenden Teenager, die jede Streitigkeit zwischen den Affen persönlich nahmen und an Mutters Rockzipfel hingen, während diese sich über das schlechte Benehmen der Affen bei den Aufsehern beschwerte…Wir selbst hatten zugegebenermaßen auch nicht keine größere Lust, Bananen hochzuhalten, um uns von Affen für ein gutes Foto anspringen zu lassen… Um der Verwandtschaft dennoch nahekommen zu können, versuchten wir uns in „magischer Irreführung“ (Steffi!!) bzw. Gestenimitation, was uns schon ziemlich weit brachte…

AUF DIESEM BILD HAT SICH EIN AFFE VERSTECKT

AUF DIESEM BILD HAT SICH EIN AFFE VERSTECKT

Weitere erfreuliche Nachrichten ergaben sich aus unserem Besuch im Affenwald für die Stillanleiterinnen von NME/GEB (an dieser Stelle herzliche Extragrüße an Euch!): Stillen ist ein natürlicher Vorgang, wir haben es bilddokumentiert… Nur die Zufütterung beginnt hier scheinbar mit Bananen… Dabei soll doch Karotte…ach, egal, wir haben  frei!

BEIKOST BALI-STYLE

BEIKOST BALI-STYLE

Bei einem erneuten Zug durch die Gemeinde entdeckten wir schließlich eine private Touri-Info , geführt durch Sandy, eine Australierin, die uns gut beraten, einige Preisnachlässe gewährt (lag zumindest unter den im Reiseführer angegebenen Preisen, und wir sind doch so schlecht im Handeln…) und schließlich unseren Trip für morgen geplant hat: Wir krabbeln vor Sonnenaufgang auf einen Vulkan (Danau Batur, Variante für mittelmäßig sportliche, 4 Stunden bergauf…danach mit dem Fahrrad zurück ins Tal) und gucken, welche Farben der Himmel über Bali so draufhat… Leider müssen wir dafür früh aufstehen, um 2:30 Uhr steht der Fahrer vor der Tür, um uns abzuholen… Und das tut er wirklich, wir hatten heute Nacht schon eine Generalprobe, da hat sich wohl einer im Datum geirrt, war grenzgenervt, weil wir statt fertig angezogen nur im Schlafdress dastanden…bis wir ihm die Buchungsbestätigung zeigten;-)

Abends haben wir eine weitere Pflichtaufgabe erfüllt, traditionell-balinesische Tanzvorführung…erinnert Ihr Euch an Samson aus der Sesamstraße? Er lebt! Ja, das ganze war…speziell…aber sehenswert!

Braucht eigentlich noch jemand Restaurantempfehlungen? Wir haben gestern gigantisch gut im Kafe Batan waru gegessen (Jl. Dewi Sita, Ubud, der grüne Crêpe mit Kokosnuss-Palmsirup-Füllung war der Knaller!), nachmittags Tee und balinesischer Crêpe im Three monkeys (Monkey Forest Road, eher westliches Ambiente, aber direkt an einem Reisfeld mit schnatternden Enten). Und gemäß Lonely-Planet-Empfehlung gab es mittags auch eine kleine Kostprobe des Spanferkels im Warung Ibu Oka gegenüber dem Ubud-Palast…die haben wir einem unserer Hochzeitsgratulanten gewidmet…

(ein Photo findet ihr auf der Hochzeitsgeschenke Seite)

So, heute wird gefaulenzt…ab in den Pool! Morgen ist Wandertag, übermorgen wollen wir weiter auf die Gili-Islands, ins medizinische „Trainingslager“, schließlich sind wir nicht (nur) zum Urlaubmachen losgezogen…

Wir hoffen, es geht Euch allen gut? Freuen uns über Kommentare (unter „Leave a comment“), danken herzlich für zahlreichen e-Mails, schön, dass Ihr an uns denkt, wir denken nämlich auch an Euch!

Welcome to tropical island!

Jetzt ist es soweit, wir sind wirklich in den Tropen! Es ist heiss, es ist feucht…und überall sind nette Leute! Unser Zimmer liegt in einer kleinen Wohnanlage mit Teich in der Mitte (neue Mitbewohner: haufenweise Goldfische…oder balinesische Zwerg-Kois?),

kleiner Terasse vor jedem Zimmer, Pool, bewässert von zwei blassen griechischen Schönheiten,

Palmen jeder Art…sehr nett, und es kostet nur 1/4 vom Hotel in HongKong. Gestern abend haben wir noch enen  Zug durch die Gemeinde gemacht, anstelle von „Guten Abend“ sagen hier alle Fremden ständig „Tääxi!!“, scheint eine alte balinesische Begrüßungsformel zu sein… Leider können oder wollen uns die Einheimischen nicht verstehen, wenn wir (aus hygienischen Gründen) Getränke in Flaschen bestellen, bringen uns zumindest das Wasser immer im Glas…da müssen wir wohl unsere Kinderstube vergessen, das Wasser stehen lassen und – erneut – eine Flasche Bier bestellen. Das resultiert in Ersatz von ca. 2/3 des Flüssigkeitsbedarfes durch Bier…und die Insel sieht gleich noch ein wenig schöner aus! Auf die Dauer werden wir aber dennoch ein anderes Konzept brauchen… Weiss irgendjemand, ob es erlaubt ist, Wasserflaschen einfach mitzubringen?

Für heute stehen die üblichen Touri-Aktionen („Monkey-Forest“, =einige schlecht gelaunte und gefräßige Affen im Wald, Sari-Kauf , alle mitgebrachten Klamotten sind zu warm, Faulenzen in der Sonne, was man halt so macht…) auf dem Programm. Und dann müssen wir bald anfangen, uns auf die Philippinen vorzubereiten…eigentlich ist das hier nämlich ein Lerncamp!!!

Ach ja, eins noch: Frohe Ostern Euch allen! Aufs Frühstücksei haben wir heute mal verzichtet…

Sind auf Bali gelandet.

Moin Ihr lieben hier mal nur mal kurz einen Zwischenstand. Sind inzwischen weitergereist nach Bali. Hier erwarten uns tropische 30° und echten Waschküchenfeuchtigkeit. Müssen noch zu Essen erbeuten melden uns wieder.